Generic filters
FS Logoi

Effizientes Düngen mittels KI

Das Transferprojekt AdAgriSpray kombiniert intelligente Sensoren, Künstliche Intelligenz (KI) und Edge Computing, um Pflanzenschutz- und Düngemittel auf landwirtschaftlichen Felder präziser auszubringen. Damit sollen Gewässer geschont, gesetzliche Vorgaben besser eingehalten und Landwirt:innen entlastet werden.

von | 20.11.25

AdAgriSpray kombiniert intelligente Sensoren, KI und Edge Computing, um Pflanzenschutz- und Düngemittel auf landwirtschaftlichen Felder präziser auszubringen. Symbolbild.
Quelle: Pixabay/Darrenquigley32
EU; Düngegesetz; Dünger; KI

Auf landwirtschaftlichen Feldern in Niedersachsen werden überwiegend Getreidesorten, Kartoffeln und Mais angebaut. Um diese Nutzpflanzen vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen und ihnen wichtige Nährstoffe zuzuführen, verwenden Landwirt:innen häufig Pflanzenschutz- und Düngemittel. Diese Mittel können mit landwirtschaftlichen Maschinen ausgebracht werden, die über Feldspritzen oder Mineraldüngestreuer verfügen.

Bei der Ausbringung der Pflanzenschutz- und Düngemittel müssen gesetzlich vorgeschriebene Abstände zu Gewässern eingehalten werden. Dazu gehören Seen, Gräben, Bäche und lokale Wasseransammlungen wie Pfützen, die wetter- und vegetationsabhängig sind. Derzeit wird der Abstand zwischen dem Gewässer und der Landmaschine auf Basis lokaler Karten oder manueller Stichproben festgelegt. Diese Verfahren sind angesichts der klimatischen Veränderungen nicht dynamisch genug, um den tatsächlichen Verhältnissen auf den Feldern gerecht zu werden.

Daher entwickeln die Forschenden des Transferprojektes „Adaptive agronomisch Spritztechnologie für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz“ (AdAgriSpray) ein digitales System, das die Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemittel effizienter und umweltfreundlicher gestaltet.

Projektziel und Vorgehensweise

Das Ziel der Forschenden ist es, Gewässer und temporäre Wasseransammlungen in der Nähe der Landmaschinen mithilfe Künstlicher Intelligenz zu erkennen und die Pflanzenschutz- und Düngemittel gezielter einzusetzen als bisher. Dafür sollen die Landmaschinen mit geeigneter Sensorik ausgestattet werden, die Daten zu ihrem Umfeld sammeln. Diese Daten sollen über einen Edge-Computer verarbeitet und mithilfe einer KI ausgewertet werden. Dadurch könnten die Verordnungen zum Gewässerschutz präziser eingehalten werden, da die Ausbringung der Pflanzenschutz- und Düngemittel situativ angepasst und nicht auf Basis statischer Karten ermittelt werden würde.

Die Forschenden wollen einen Prototyp für eine Smart-Sensor-Applikation entwickeln und auf einem landwirtschaftlichen Hof testen. Für diesen Prototyp werden sie prüfen, welche Sensortechnik geeignet ist, um eine ausreichend hohe Genauigkeit für das Training der KI-Modelle zu erreichen. Zudem werden sie Edge-Computing-Hardware aussuchen, die eine angemessene Verarbeitungszeit der Daten ermöglicht. Die KI-Modelle sollen möglichst wirtschaftlich und damit rentabel für die Landwirt*innen sein. Das bedeutet, dass sie niedrige Anforderungen an die Hardware stellen und mit geringem Energieaufwand direkt auf den Landmaschinen eingesetzt werden können.

„Um leistungsstarke und moderne KI-Modelle zu entwickeln, ist eine große Menge an Daten erforderlich, die exakt beschriftet sind und optimal zum Anwendungszweck passen. In der Landwirtschaft ist die Datenerhebung zeitlich begrenzt, da die Arbeitsprozesse saisonal bedingt sind. Außerdem ist es schwierig, Bilddaten aus der komplexen Umgebung eines landwirtschaftlichen Feldes richtig zu beschriften. Daher werden wir im Projekt zunächst mit Simulationen und synthetischen – also künstlich erzeugten – Daten arbeiten, die den realen Daten ähneln. Zudem werden wir die Datenbeschriftung teilautomatisiert durchführen, um die Entwicklung der KI zu beschleunigen“, erklärt Prof. Dr. Martin Atzmüller, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

 


Quelle: ZDIN

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Dialog über die Zukunft des Wasserstandorts Berlin
Dialog über die Zukunft des Wasserstandorts Berlin

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens lädt das Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB) am 16. Juni 2026 zum Austausch über die Zukunft der Wasserwirtschaft ein. Im Mittelpunkt stehen Herausforderungen und Chancen für den Wasserstandort Berlin im Spannungsfeld von Klimaanpassung, Innovation und Digitalisierung.

mehr lesen
Sauberes Wasser, aber wenig Vertrauen in Trinkbrunnen
Sauberes Wasser, aber wenig Vertrauen in Trinkbrunnen

Trotz steigender Temperaturen bleiben viele öffentliche Trinkbrunnen ungenutzt. Forschende der Universität Bamberg zeigen, dass nicht mangelnde Verfügbarkeit, sondern häufig Zweifel an Sauberkeit und Sicherheit der Grund sind. Eine Studie belegt, dass einfache Hinweisschilder die Nutzung deutlich erhöhen können. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für Gesundheitsvorsorge und hitzeangepasste Stadtplanung.

mehr lesen
Sedimente erzählen die Umweltgeschichte
Sedimente erzählen die Umweltgeschichte

Sedimente in Stauseen speichern Informationen über Schadstoffeinträge und Umweltveränderungen über viele Jahrzehnte hinweg. Ein neues Forschungsprojekt der Universität Würzburg untersucht fünf Stauseen in der Eifel, um Belastungen durch Schadstoffe, Schwermetalle und Mikroplastik zu analysieren. Mithilfe von Bohrkernen und modernen Analysemethoden wollen die Forschenden Entwicklungen der vergangenen 100 Jahre nachvollziehen. Gleichzeitig sollen die Daten helfen, aktuelle Veränderungen und die Wirksamkeit von Umweltschutzmaßnahmen besser zu bewerten.

mehr lesen
Auszeichnung für Frauen mit Wirkung
Auszeichnung für Frauen mit Wirkung

Mit dem Preis „Die Kommunalheldin“ werden Frauen ausgezeichnet, die die Kommunalwirtschaft mit ihrem Engagement, ihrer Innovationskraft und ihrem Verantwortungsbewusstsein nachhaltig prägen. Die Auszeichnung rückt Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, die Veränderungen anstoßen, Zukunftsthemen voranbringen und ihre Kommunen aktiv mitgestalten.

mehr lesen
Neue Bohrtechnik für die Wasserversorgung
Neue Bohrtechnik für die Wasserversorgung

Mit dem neuen Verfahren Micro Turbine Drilling (MTD®) hat das Fraunhofer IEG eine Bohrtechnologie erfolgreich unter Praxisbedingungen getestet. Die Methode ermöglicht seitliche Ablenk-Bohrungen aus bestehenden Brunnen und eröffnet damit neue Möglichkeiten für geotechnische Untersuchungen im Untergrund. In Marl wurde die Technologie eingesetzt, um eine wichtige geologische Barriere zwischen Grubenwasser und Trinkwasserhorizonten zu untersuchen. Die gewonnenen Daten können Wasserversorger bei Monitoringaufgaben sowie bei langfristigen Entscheidungen zur Trinkwassergewinnung und Infrastrukturplanung unterstützen.

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03