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Bodensee erreicht im August neuen Tiefststand für 2026

Der Wasserstand des Bodensees ist am Pegel Konstanz auf 275 Zentimeter gesunken. Damit wurde der bisher niedrigste Wert für einen 13. August seit Beginn der Messreihe im Jahr 1850 deutlich unterschritten. Gründe dafür sind z. B. schneearme Winter in den Alpen sowie ausbleibender Regen bei hohen Temperaturen im Hochsommer.

von | 21.08.26

Der Wasserstand des Bodensees hat einen neuen Tiefststand für das Jahr 2026 erreicht.
Quelle: AdobeStock/Pixel62
Bodensee

Der Wasserstand des Bodensees hat einen neuen Tiefststand für das Jahr 2026 erreicht. Am Pegel Konstanz maß die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) am 13. August 275 Zentimeter. Damit lag der Wasserstand deutlich unter den jahreszeitlich üblichen Werten.

Zugleich unterschritt der Bodensee den bisherigen niedrigsten Wasserstand für einen 13. August. Dieser hatte im Jahr 2003 bei 300 Zentimetern gelegen. Die LUBW wertet für den Vergleich die Messreihe seit 1850 aus.

Schneearme Winter und fehlender Regen

„Normalerweise erreicht der Bodensee seinen niedrigsten Wasserstand im Februar oder März. Dass wir diesen jetzt im August unterschreiten, ist Folge einer Kombination aus schneearmen Wintern in den Alpen, wodurch im Frühjahr das Schmelzwasser fehlt, sowie ausbleibendem Regen und hoher Verdunstung bei andauernd hohen Temperaturen im Hochsommer. Schon seit Ende November 2025 ist es in Baden-Württemberg zu trocken und auch im alpinen Einzugsgebiet des Bodensees waren die Niederschläge unterdurchschnittlich. Hierdurch führen die Seezuflüsse, insbesondere der Alpenrhein, teils extremes Niedrigwasser, und das sehen wir jetzt auch am Bodensee deutlich“, sagt Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW.

Der bislang niedrigste Wasserstand des Jahres 2026 wurde am 9. Februar mit 276 Zentimetern gemessen. Ende Februar und Anfang März 1858 lag der Pegel über mehrere Tage bei 226 Zentimetern. Dies ist der niedrigste Wert der gesamten Messreihe seit 1850.

Klimakrise verändert Wasserhaushalt

Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker erklärt:

„Der aktuelle Zustand des Sees macht die Klimakrise sichtbar. Die Erderhitzung verändert den Wasserhaushalt spürbar. Im Sommer wird weniger Wasser da sein, als wir es bisher gewohnt waren. Im Winter kommt es wegen gestiegener Temperaturen nicht mehr zu einer vollständigen Durchmischung mit negativen Folgen für den Sauerstoffgehalt. Um den See sowohl als Ökosystem wie auch als Europas größten Trinkwasserspeicher zu schützen, brauchen wir daher weiter intensives Monitoring und Forschung, um gegebenenfalls gegensteuern zu können.“

Weitere Abnahme erwartet

Die Vorhersagen zeigen für die kommenden Tage zunächst einen weiteren Rückgang des Wasserstands. Dieser entspricht dem natürlichen Jahresgang.

An einem heißen Sommertag kann die Verdunstung aus dem Bodensee auf bis zu 30 Kubikmeter pro Sekunde (m³/s) steigen. Das entspricht etwa dem Volumen eines Tanklastwagens pro Sekunde. Normalerweise gleichen die Zuflüsse zum Bodensee diesen Verlust aus. Derzeit führen sie jedoch deutlich weniger Wasser als üblich.


Quelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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