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Bauvorhaben Nassfilterhalle des Wasserwerk Harlingerland geht voran

Kurz nach Ostern 2024 starteten am Wasserwerk Harlingerland die Bauarbeiten für die neue Nassfilterhalle des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV). Inzwischen wurde bei dem Großprojekt ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die wesentlichen Betonarbeiten sind planmäßig und erfolgreich abgeschlossen worden.

von | 06.01.26

Die Betonarbeiten an der neuen Nassfilterhalle sind nun abgeschlossen.
Vogelperspektive der Nassfilterhalle Harlingerland

Die Zahlen sind beeindruckend: Insgesamt mussten 2385 Kubikmeter Beton und 288 Tonnen Stahl verbaut werden. Parallel zu den Betonarbeiten wurde ein Teil der Fassade bereits mit Klinkern versehen. Komplett konnte die Nassfilterhalle noch nicht verklinkert werden. Denn zunächst müssen die sechs Nassfilterkammern, das Herzstück des neuen Gebäudes, noch auf Dichtigkeit geprüft werden. Diese sechs Kammern befinden sich hinter den Fassadenbereichen, die noch nicht verklinkert sind.

Die Dichtheitsprüfung ist gemäß den Vorgaben des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW) vorgeschrieben. Die Vorbereitungen zu dieser Prüfung der sechs Kammern laufen derzeit. Ist sie bestanden, kann die Fassade fertiggestellt werden. Auch die Dacheindeckung kann dann vorgenommen werden.

Innerhalb der sechs Nassfilterkammern geht es voraussichtlich in der Zeit um Ostern 2026 weiter. Dann erfolgen die Beschichtungsarbeiten in den Räumen, die jeweils ein Nutzvolumen von 372 Kubikmetern haben. Schließlich muss noch die Anlagentechnik installiert werden samt umfangreicher elektrotechnischer Arbeiten, ehe Um- und Anschlussarbeiten am Rohrnetz vorgenommen werden können. Wenn alles nach Plan verläuft, kann die neue Nassfilterhalle am Wasserwerk Harlingerland ab Anfang 2027 langsam eingefahren und in Betrieb genommen werden. Erst wenn die neue Nassfilterhalle komplett übernommen hat, wird das alte Gebäude zurück gebaut.

Teile der Fassade können erst verklinkert werden, wenn die Dichtigkeitsprüfung der Filterkammern abgeschlossen ist. (Quelle: Tim Kammer/OOWV)

Investition für zuverlässige Trinkwasserversorgung

Insgesamt kalkuliert der OOWV an dieser Stelle mit Investitionen in Höhe von 13,5 Millionen Euro. In dem knapp 13 Meter hohen Gebäude mit einer Grundfläche von 40 mal 25 Meter entstehen neben den Filterkammern weitere Räume für die Anlagen- und Elektrotechnik sowie Lagereinrichtungen für Flockungsmittel.

„Die Nassfilter gibt es nicht in jedem OOWV-Wasserwerk“, erläutert Projektingenieur Tim Kammer. Wie in Westerstede oder in Wildeshausen sei dieser Filter aber im Wasserwerk Harlingerland notwendig, um die hohe Trinkwasserqualität des OOWV gewährleisten zu können. „Es gibt überall unterschiedliche Grundwasserqualitäten, die jeweils andere Arten der Aufbereitung erfordern“, erklärt Kammer.

Die zweite Filterstufe, der Nassfilter, diene dabei der Entmanganung. Damit wird nach der Enteisenung auch das Mangan aus dem Trinkwasser entfernt. Juraperle dient als Filtermaterial und ist für die pH -Wert-Anhebung und Aufhärtung relevant. Trübungen und Mangan werden so aus dem Wasser entfernt oder reduziert, gleichzeitig findet eine Aufhärtung statt.

OOWV-Regionalleiter Bernd Janssen betont die Notwendigkeit der Investition:

„Dem Wasserwerk Harlingerland kommt für diese wichtige Aufgabe in der Daseinsvorsorge eine übergeordnete Bedeutung zu.“ Von hier aus würden Menschen in den Landkreisen Wittmund, Aurich und Friesland beliefert. „In Zahlen ausgedrückt: Bis zu 10,5 Millionen Kubikmeter – oder anders: 10.500.000.000 Liter – können jährlich vom Wasserwerk am Spajeweg in Moorweg über ein weit verzweigtes Leitungsnetz verteilt werden“.

Mit der neuen Nassfilterhalle werde die Wasserversorgung in der Region nun zukunftssicher aufgestellt.


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