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Baustart für größte deutsche Anlage zur Spurenstoffentfernung mit Ozon

Im Klärwerk Schönerlinde im Nordosten Berlins starten die Berliner Wasserbetriebe den Bau für die erste großtechnische Ozonanlage. Diese weitergehende Reinigungsstufe für biologisch bisher nicht abbaubare Spurenstoffe, darunter manche Arzneimittel, basiert auf eigener Forschung und sichert den eng geschlossenen Berliner Wasserkreislauf zusätzlich ab. Neben mehreren geschlossen Reaktionsbecken werden Anlagen zur Herstellung des Ozons aus Sauerstoff sowie […]

von | 09.12.21

Im Klärwerk Schönerlinde im Nordosten Berlins starten die Berliner Wasserbetriebe den Bau für die erste großtechnische Ozonanlage. Diese weitergehende Reinigungsstufe für biologisch bisher nicht abbaubare Spurenstoffe, darunter manche Arzneimittel, basiert auf eigener Forschung und sichert den eng geschlossenen Berliner Wasserkreislauf zusätzlich ab.

Neben mehreren geschlossen Reaktionsbecken werden Anlagen zur Herstellung des Ozons aus Sauerstoff sowie zur Vernichtung von dessen Resten nach getaner Arbeit und ein Pumpwerk errichtet. Die Neubauten entstehen im Klärwerk Schönerlinde, der drittgrößten Berliner Kläranlage, in der das Abwasser von rund 800.000 Menschen aufbereitet wird. Insgesamt werden 48 Mio. Euro investiert.

„Nach umfangreicher Forschung und Erprobung gehen wir mit dem Bau dieser neuen Anlage jetzt einen entscheidenden Schritt in Richtung Klärwerk der Zukunft“, sagt der amtierende Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe, Frank Bruckmann. Mit dem Bau einer Spurenstoffentfernung in dieser Größe betrete das Unternehmen zugleich Neuland in der Bundesrepublik. „Das Vorhaben ist Teil einer umfassenden Ausbaustrategie für alle unsere sechs Klärwerke, die mehrere weitergehende Reinigungsstufen sowie Kapazitätserweiterungen umfasst und bis Mitte der 2030er Jahre in diesen Werken Investitionen von rund 2 Mrd. Euro einschließt“, so Bruckmann weiter.

Die Berliner Wasserbetriebe bauen die erste großtechnische Ozonanlage. Diese weitergehende Reinigungsstufe für biologisch bisher nicht abbaubare Spurenstoffe, darunter manche Arzneimittel, basiert auf eigener Forschung und sichert den eng geschlossenen Berliner Wasserkreislauf zusätzlich ab. Foto: Berliner Wasserbetriebe

Zwangsoxidation biologisch schwer abbaubarer Stoffe

Zur Funktion: Wenn ab Ende 2023 das zuvor bereits mit der klassischen Technik weitgehend gereinigte Wasser durch die Ozonanlage fließt, spaltet das Ozon (O3) schwer abbaubare organische Spurenstoffe, etwa bestimmte Arzneimittel, durch eine Zwangsoxidation auf. Die dabei entstehenden Transformationsprodukte sind dann zumeist biologisch abbaubar bzw. werden durch Filtration zurückgehalten. Gleichzeitig eliminiert die Ozonung Keime im Abwasser.

Umfangreiche Forschung mit renommierten Partnern

Berlin – an wenig Wasser führenden Flüssen und in der niederschlagsärmsten Region Deutschlands gelegen – gewinnt sein Trinkwasser nahezu komplett im eigenen Stadtgebiet. Mit dem Klimawandel und dem steigenden Medikamentengebrauch in der Bevölkerung hatten die Berliner Wasserbetriebe die Suche nach einer stärkeren Absicherung des teilgeschlossenen Wasserkreislaufs in der Region intensiviert. So sind dem Votum für den Bau dieser ersten Ozonanlage umfangreiche Forschungsprojekte vorausgegangen, darunter ASKURIS, IST4R und AquaNES, die das Unternehmen gemeinsam mit renommierten Partnern umgesetzt hat. Darin wurden verschiedene Verfahren im Hinblick auf Entfernungsraten bestimmter Stoffe sowie ihre Stabilität und Kosten- und Ressourceneffizienz entwickelt, erprobt und verglichen. Neben einem Eigenanteil von rund 2 Mio. Euro konnten dafür mehr als 13 Mio. Euro nationale und EU-Fördermittel gewonnen werden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Im Klärwerk Schönerlinde im Nordosten Berlins starten die Berliner Wasserbetriebe den Bau für die erste großtechnische Ozonanlage. Foto: /Berliner Wasserbetriebe/Benjamin Pritzkuleit

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